Mittwoch, 13. Februar 2013


Ihr unschuldiges Herz - Richard Hagen



Daten.
Verlag: Blanvalet Verlag
Preis: 9,99€
Seitenzahl: 441
Genre: Kriminalroman
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: September 2012
Gekauft: Rezensionsexemplar 



Ein Mörder, der seit Jahrzehnten sein Unwesen treibt und an dessen Stelle jedes Mal jemand anderes für die Tat büßen muss. 
Inga Jäger, Staatsanwältin, hat ihren Mann verloren. Mit ihrer Tochter beginnt sie in Wiesbaden einen neuen Lebensabschnitt. Beginnen tut dies allerdings mit einer eher unschönen Begegnung mit ihrem neuen Kollegen von der Kriminalpolizei, Kai Gebert. Und dazu haben die beiden auch noch einen Fall zu lösen, der zuerst ganz alltäglich erscheint, aber dann zu etwas ganz außergewöhnlichem ausartet:
Nach dem Mord an einer Kinderärztin hat Staatsanwältin Inga Jäger gleich den ersten Verdacht. 
Den einfachsten. Der Ehemann des Opfers hätte wohl keinerlei Perspektiven mehr nach der Scheidung. Doch es dauert nicht lange, bis Inga Jäger die Zweifel plagen. Mit Kriminalhauptkommissar Kai Gebert  vertieft sie sich in den Fall und stößt auf eine über 65 Jahre lange Mordserie. Von der obersten Front wird den beiden geraten, sich aus dem Fall zurückzuziehen, doch genau das spornt Inga Jäger an, den Fall keines Falls ungelöst aufzugeben. 


Handlung & Stil.
Auf den ersten Blick erscheint die Handlung nicht viel anders, als die in jedem anderen Krimi auch. Doch wenn man der Geschichte eine Chance gibt, wird man auf jeden Fall überrascht werden. Richard Hagen, ein Pseudonym für Ivo Pala, hat ein Händchen dafür, aus einem alltäglichen Geschehen, schnell etwas ganz Spannendes zu stricken. Gut fand ich auf jeden Fall, dass der Krimi sehr realistisch aufgebaut war. Die Handlungen, die Reaktionen, die Ermittlungen und die Charaktere waren allesamt authentisch dargestellt und nachvollziehbar. Allerdings habe ich es selbst nicht so mit Krimis. Schon von der ersten Seite an, war ich ein bisschen angepisst darüber, dass die Charaktere, besonders auffallen tut das eben bei Hauptcharakter Inga Jäger, immer mit Vor- und Zunamen genannt werden. Dauert, immer, ständig. Ich weiß, wahrscheinlich gehört sich das bei einem Krimi so, vielleicht gehört es zur Atmosphäre dieses Genres oder einfach zum Stil, den man dort an den Tag legt, aber ich persönlich mag dieses Konservative einfach nicht. Ich meine, spätestens nach Seite 20, weiß ich, wie Inga mit Nachnamen heißt. Und auch wenn sie als Staatsanwältin einen hohen Stand in der Gesellschaft hat... muss man sie immer mit Vor- und Zunamen nennen? Mich regt so etwas die ganze Zeit im Text auf, ebenso diese ständigen trockenen Ermittlungen. Ist im wahren Leben ja ganz spannend, ich wäre auch gern bei der Kripo, aber in einem Buch finde ich es einfach nur ermüdend. 
Das Gute war eben dann, das Richard Hagen es mit einer gewissen lockeren Art, irgendwie schafft, mich als Leser bei Laune zu halten, dient mit interessanten Dialogen und sehr sympathischen Charakteren. Auch die Spannung tritt später enorm ein, je näher man dem Fall wirklich kommt. Was mir auch total gut gefallen hat, war der Prolog. Wirklich, ich liebe Prologe. Irgendwie finde ich, dass man da als Autor ein Können zeigen kann. Prologe haben immer etwas, was der Rest der Geschichte nicht hat. So fällt mir das jedenfalls des Öfteren auf. 

Charaktere & Schauplatz.
Ich persönlich muss sagen, dass Inga Jäger mir als Person sehr gefallen hat. Allerdings kam mir das Buch zu Anfang hin absolut nicht emotional vor. Es hat mich nicht erreicht, Inga hat mich nie erreicht. Ich meine, ihr Mann ist gerade gestorben, sie beginnt ein neues Leben, das sagt sie auch, aber ich fühle dabei nichts. Und da kommt wieder der Krimi heraus. Konservativ, distanziert. Allerdings kann man nicht außer Acht lassen, dass auch das Emotionale irgendwann eintritt, je näher man dem Fall kommt, je mehr man über diese Mordserie herausfindet. Ja, es ist ein hartes Erwachsen, am Ende... 
Mir hat als Charakter der Ehemann der Ermordeten sehr gut gefallen. Dieser Mann war mir vom ersten Augenblick an total sympathisch. Seit dieser seine erste Aussage in dem Buch macht, war ich am Ball. Plötzlich hat mich irgendwas gepackt und wachgerüttelt und ich war im Buch drin. 
Die Schauplätze werden gut dargestellt, insgesamt fand ich die Beschreibungen gut und ausreichend.

Sonstiges.
Nun, das Fazit des Buches. Ich möchte es mal so sagen, für einen Krimi war es gut und auch unterhaltsam. Allerdings bin ich dem Genre kein Stück näher gekommen und ich möchte es auch weiterhin dabei belassen. In vielen Rezensionen habe ich gehört, man würde gar nicht merken, dass es ein Krimi ist, die Ermittlungen sind gar nicht so stark im Mittelpunkt, es entwickelt sich eher in Richtung Thriller, das Buch wird dich auf jeden Fall total begeistern. Und so weiter und so fort. 
Naja, als begeistert wäre das falsche Wort. Zufrieden gestellt, das hat es mich auf jeden Fall. Aber es ist nun mal so, dass wenn man ein Genre nicht mag, sich auch nicht schnell von was anderem überzeugen lässt. Somit würde ich sagen, Krimifans würde ich es auf jeden Fall mit Kusshand empfehlen, Leuten die Krimis nicht mögen, nur bedingt. 


(Bitte beachtet, dass ich die Bewertung als Nicht-Krimi-Fan, so objektiv wie möglich gemacht habe.)


Bewertung.
Aufmachung: 4/5
Idee der Geschichte: 3,5/5
Umsetzung: 4/5
Charaktere: 3,5/5
Sprache: 4/5
Unterhaltungswert: 3,5/5
Nachdenklichkeit: 3,5/5
Überraschungseffekte: 3,5/5
Bildungswert: 4/5
Lesetempo: 4/5

Punkte insgesamt: 37,5 Punkte

4 Sterne

Kommentare:

  1. Ich glaub, das Buch ist eher nichts für mich.

    Gute Rezi ;*

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  2. Huhu :)
    Du wurdest getagget , würde mich freuen wenn du mitmachen würdest ...
    http://jemasija8.blogspot.de/2013/02/tag-das-buch-das.html

    Alles Liebe
    Jenny :*

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