Dienstag, 30. April 2013

Der Nachtwandler - Sebastian Fitzek






Daten.
Verlag: Knaur Verlag
Preis: 9,99€
Seitenzahl: 320 Seiten
Genre: Psychothriller
Format: Taschenbuch
Altersempfehlung: Ab 16
Erscheinungsdatum: März 2013
Gekauft: Rezensionsexemplar






Handlung & Stil.
Bevor ich irgendetwas Anderes an diesem Buch lobe, möchte ich ein kurzes Wort an die Danksagung richten. Nie habe ich eine solche amüsante und gut getroffene Danksagung gelesen, wie irgendeine von Sebastian Fitzek. Diese hier aus dem Nachtwandler allerdings, ist wirklich die Beste. Er bringt einem damit soviel Sympathie entgegen, dass man ihn als Mensch und Autor einfach lieben muss. Normalerweise ignoriere ich oftmals die Danksagungen, weil sie mir egal sind, aber die von Sebastian Fitzek sind immer ein Highlight in jedem seiner Bücher.
Die Handlung des Buches strotzt natürlich wieder vor Talent. Dieser Mann hat einfach ein Händchen für gute und spannende Psychothriller und bringt einen oftmals an die eigenen Grenzen. Was mir dieses Mal allerdings gefehlt hat, war diese Furcht. Die Furcht vor dem eigenen Schlaf. Denn darüber macht - oder sollte man sich jedenfalls - während dem Lesen Gedanken machen. Was tut man selbst, während man praktisch bewusstlos ist. Während man schläft. Niemand kann sich da hundertprozentig sicher sein, außer man filmt es, so wie Leon in dem Buch. Leider habe ich diese Furcht nicht gehabt, ich habe mir keinerlei Gedanken um mich selbst gemacht. 
Allerdings tat das diesem Buch keinen weiteren Abbruch. Natürlich ist es schade, aber ich kann dennoch nicht leugnen, dass ich absolut Spaß mit dem Buch hatte. Es war durchweg spannend, die Handlung geht etwas ruhiger los und artet dann in einen richtigen Adrenalinrausch aus. Man gleitet mit Leon immer tiefer in Schlaf- und Wachphasen ein und weiß bald, genau wie er, nicht mehr, was real ist und was nicht. Alles nur Sinnestäuschung, Traum oder doch böse Realität? Man fragt sich ständig, was Leon im nächsten Kapitel erwartet und das ist ohnehin Fitzek-Typisch. Kurze Kapitel, die einen immer wieder direkt zum Weiterlesen fordern. Man kann eigentlich gar nicht aufhören.
Bis zum Schluss ist alles undurchsichtig und man weiß einfach nicht, worauf es hinauslaufen wird. Wie immer wird man von Fitzek auf einige falsche Fährten gelockt und am Ende steht man da mit offenem Mund und muss erst mal drauf klarkommen. Wunderbar!

Charaktere & Schauplätze.
Leon ist vorerst der einzige Charakter, mit dem wir wirklich viel zu tun haben. Daher ist es natürlich positiv, dass er sehr sympathisch ist. Er ist ein recht einfacher, normaler Typ, mit dem sich wohl jeder identifizieren könnte. Trotz allem ist er nicht 0815, sondern schon sehr interessant. Die anderen Charaktere, Hausbewohner, Freunde, etc. sind alle sehr besonders. Vor allen Dingen hat es mir die alte Dame des Hauses angetan, die dort mit ihrer Katze Alba lebt. Ivana Helsing. Seither frage ich mich, ob es unbewusst geschah, oder ob es wirklich eine Anspielung auf Van Helsing sein soll. Wobei die alte Dame sicherlich nicht damit vergleichbar wäre.
Die Schauplätze sind genial! Einzigartig, super durchdacht. Ich kann euch nur sagen, dass ihr das in dieser Weise noch nicht in einem Thriller vorgefunden habt. Oder etwa doch? Ich glaube kaum. Das, was euch in diesem Buch erwartet, könnt ihr euch vorher gar nicht ausmalen. Ihr müsst es einfach lesen.

Sonstiges.
Von Fitzek habe ich zugegeben noch nicht allzu viel gelesen. Den Seelenbrecher, das allseits beliebte Buch von ihm, habe ich damals abgebrochen, weil es mir zu langweilig war. Vielleicht war es damals die falsche Zeit, ich war einige Jahre jünger, anders orientiert... vielleicht habe ich mir anderes erwartet. Dieses Buch hier und der Augensammler sind die einzigen, die ich beendet habe. Und beide haben mich total gefesselt. Andere Bücher werden von dem Autor definitiv folgen, denn der Stil ist einfach wundervoll, die Ideen noch viel besser und die Kapitel sind so schnell gelesen... Der Autor hat es einfach drauf. Mehr kann man dazu nicht sagen.



Bewertung.
Aufmachung: 3,5/5
Idee der Geschichte: 4,5/5
Umsetzung: 4,5/5
Sprache: 5/5
Charaktere: 4,5/5
Nachdenklichkeit: 3,5/5
Überraschungseffekte: 5/5
Unterhaltungswert/Spannung: 4,5/5
Bildungswerte: 4/5
Länge/Schnelligkeit: 5/5

Punkte insgesamt: 44/50 Punkte

5 Sterne

1 Kommentar:

  1. Hey Sarah.

    Ich liebe die Fitzek Bücher! Schade, dass du mit dem Seelenbrecher nichts anfangen konntest, aber versuche es doch mal mit "Splitter". Auch ein Buch, wo man zwischendurch denkt: "Das kann doch nicht sein!" und am Ende ergibt es dann doch einen Sinn.

    Ich mag die kurzen Kapitel von ihm, sie machen das Lesen schön einfach und die Bücher gewinnen damit an Tempo und er baut auch immer wieder tolle Cliffhanger ein, so dass man einfach weiter lesen muss!

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